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Ich wurde bereits von vielen Züchtern weltweit kontaktiert und gebeten meine Meinung betreffend Hochlandrinder zu schreiben, da ich bereits in vielen Ländern gerichtet habe und dadurch auch einige Betriebe besuchte.

In folgendem Artikel möchte ich meine Meinung schreiben, ich behaupte jedoch nicht, dass diese Meinung die einzig richtige ist:

Im allgemeinen denke ich, dass die größte Gefahr für das Wissen über die Zucht, falscher Enthusiasmus und Eifersucht sind. Die Australier nennen dies das “tall poppy syndrome” (lt. Google: Leute mit “tall poppy syndrome” können es nicht ausstehen, wenn andere Leute etwas gut können und dieser Neid führt dazu, dass sie diese Person schlecht-reden, um sie/ihn auf das eigene Niveau runter zu kürzen).

Wenn ein Züchter erfolgreich ist, dann sind weniger erfahrene Züchter überzeugt, dass dieser Züchter unzulässige Praktiken anwendet. Was wir lernen müssen ist, dass wir als verantwortungsvolle, erfahrene Züchter eine Mentorenrolle für andere Züchter übernehmen sollten. Jeder Züchter muss seinen eigenen Marketingplan entwickeln und seine Erfahrungen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung machen und normalerweise sollte jeder den Schubkarren in die selbe Richtung schieben.


Die meisten scharfsinnigen Züchter sind sich der starken mütterlichen Attribute der Rasse bewusst, aber wenige haben eine aussagekräftige Statistik, um diese anderen Züchtern präsentieren zu können. Es gibt nahezu keine Statistiken für Stiere.

Daten wie, Geburtsgewicht, Wiegung bei Ende der Säugeperiode, jährliches Gewicht, Scrotumumfang, Euterqualität, Schlachtkörperausbeute, Charakter, hybride Energie, mütterliches Milchmaß sollten aufgezeichnet werden. In diesem Punkt sollten sich alle Züchter einig sein. Ich denke an eine Zeit, wo die Landwirte nicht im Stande sein werden, dem Vieh teure Körner für die ineffiziente Gewichtszunahme zu füttern. Getreide wird für die Menschen benötigt werden. Es wäre daher von Vorteil für uns Hochlandrinderzüchter, wenn wir versuchen würden Hochlandrinder mit anderen Rassen zu kreuzen und die Vitalität der und die Gewichtszunahmen zu vereinen. Wir haben durch die Hochlandrinder vielleicht den Vorteil, dass diese vitaler sind im Gegensatz zu nahezu allen anderen Rassen. Wenige Menschen wissen, dass das Hochlandrind in der Zucht von Mr. Lassiter für die Entwicklung der Fleischrinderzucht in Texas eingesetzt wurde, aufgrund der kleinen Kälber und der guten mütterlichen Eigenschaften.

Meine Meinung ist dass, wenn eine Person sein erstes Hochlandrind kauft und vor hat diese zu züchten, so sollte bereits ein Marketingplan vorhanden sein. Um einkaufen zu können, müssen Sie Kenntnisse über Ihr Produkt haben. Ich vermittle neuen Züchtern immer wieder, dass Sie nur drei Dinge mit dem Hochlandrind machen können: Für Kälber zu sorgen und diese entweder zu essen oder zur Zucht zu verkaufen. Sie müssen gut vorbereitet sein, es sei denn Sie wollen viele Rinder behalten oder selbst essen. Ansonst werden Sie die wahre Seite der Hochlandrinderzucht bzw. das Marketing kennen lernen.

Erfahrungsgemäß sind Hochlandrinder sehr anpassungsfähig. In Kanada und nördlichen Teilen der Vereinigten Staaten ist es vielleicht wünschenswert, dass die Rinder etwas längere Beine haben, als das traditionelle schottische Hochlandrind. Ich habe Pfade im Schnee pflügen müssen, weil die Tiere kein leichtes Los haben zu Heu und Wasser zu kommen. Hochlandrinder mit kurzen Beinen sind eher für Hügel- u. Bergland geeignet.
 
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In meinem Bericht finden Sie ein Foto von einer der erfolgreichsten weiblichen Hochlandrinder in Nordamerika, „Finola of Dirtane“, Sie war 13 x in Folge Schausieger einschließlich zweimal Canadian and U.S. Supreme Champion. Das Einzige was ich an ihr ändern würde, besteht darin, dass ich sie für die Gegend in der ich wohne um ein paar Zentimeter größer wünschen würde, aufgrund unseres

Klimas und der bereits angesprochenen Schneemenge.

Wenn ich eine Schau richte, dann kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass es ein bis zwei Spitzentiere in einer Klasse gibt, einige Mittelklassetiere und leider auch einige, die nicht auf einer Schau sein sollten. Wenn ich z.B. 15 Angus-Rinder richte, dann gibt es hier nicht derartige Unterschiede und die 5 besten Tiere könnten jeder zum Champion gewählt werden.

Nach dem Richten bitte ich den Besitzer des Champions, ob dieser mir seinen Sieger zum Vergleich mit den anderen Tieren leiht. Anschließend besteht die Möglichkeit, dass die anderen Teilnehmer ihre Schautiere neben dem Champion platzieren. Oft ist es das erste Mal, dass ein Züchter sein Tier wirklich kritisch und subjektiv betrachtet. Ich frage diesen Züchter dann, was er bei seinem Tier gerne mit dem Champion austauschen würde, denn jeder möchte schließlich die Beweggründe für die Platzierung wissen.


Richter sind Mentoren und sollten den Züchtern zeigen wie die Tiere richtig aufbereitet und vorgezeigt werden. Jeder sollte zu jedem Zeitpunkt professionell handeln und aussehen. Im Publikum könnten schließlich potenzielle Käufer sein.

Einige Dinge die wir lernen sollten:

1. Nicht alle weiblichen Tiere sollten zur Zucht eingesetzt werden. Wir brauchen keine Nachzucht von Tieren die nicht einwandfrei sind. Einfach gesagt: Wenn ein Tier Ihren Betrieb verlässt und Sie können nicht stolz sein, dass Ihr Name auf den Zuchtpapieren steht, dann verkaufen Sie es als unregistriertes Tier (z.B. an Tierliebhaber, die nicht züchten) oder Sie schlachten es. Eine QUALITÄTSKONTROLLE bei den Tieren wird durch gezieltes auswählen erreicht.

2. Wenn Sie einen Stier verkaufen, stellen Sie sicher, dass er von höchster Qualität ist und dass Sie dem Züchter soviel Statistiken wie möglich geben können. Denken Sie daran, er ist Ihre dauerhafte Werbung für Ihren Betrieb. Wenn er für Sie nicht gut genug ist, ist er auch nicht gut genug für einen anderen Betrieb.

3. Schauen Sie auf jeden Stammbaum, denn hier haben Sie die Möglichkeit vieles über das Tier zu erfahren. Das Papier sagt viel darüber aus. Wenn zum Beispiel zehn verschiedene Züchter in einem Stammbaum vorkommen, dann gibt es wahrscheinlich zehn verschiedene Ansichten darüber, die es für ein gutes Tier erachten. Das beste Beispiel das ich geben kann ist Millerstone Fold in Schottland. Tom McLatchie und Jack Ramsey haben beneidenswerte Aufzeichnungen über die weiblichen Tiere. Wenn ich sehe, dass ihr Name mehrere Male innerhalb von drei Generationen aufscheint, dann kann ich mit Sicherheit annehmen, dass die weiblichen Tiere von hoher Qualität zeugen. Sie müssen wissen von wem Sie kaufen. Studieren Sie den Stammbaum.

4. Wir müssen auf die Linie der Tiere achten, die frühreif sind. In U.S. kann ein Landwirt nicht 4 bis 5 Jahre auf das erste Kalb warten. Ich war in der Lage sowohl weibliche als auch männliche Linien zu finden, die früher reif sind als der Durchschnitt. Zum Beispiel hatte Finola (Foto) mehrere männliche Kälber und jedes dieser Kälber hat mit einem Alter von 205 Tagen das Gewicht von 272 kg erreicht. Eines ihrer weiblichen Embryos konnte folgende Ergebnisse vorweisen:

Fenella von Killara in Australien, DOB geb. am 22. November 2000

Schauteilnehmer am 18. November 2001 - mit einem Gewicht von 320 kg war Sie nicht ganz 11 Monate alt. Meine Aufzeichnungen von über 40 Jahre sagen: "Ausgewählte Genetik erzeugt voraussagbare Ergebnisse". Es gibt keine Garantien, aber die Prozentsätze verbessern sich nachweislich.

5. Männliche Testgewichtszunahme allein ist nicht immer ein wahrer Hinweis der Leistung, weil ich der Meinung bin, dass es aggressive Stiere gibt, die andere vom Futter fern halten. Ich finde, dass die Australier eine gute Idee hatten. Hier gibt es den Gras-Gewichtszunahme-Test in Warangul (SP). Einige Tiere verwerten Futter viel besser und effizienter als andere. Ich hatte zum Beispiel ein wunderschönes weibliches Tier, das aber letztendlich meinen Erwartungen doch nicht entsprach. Sie benötigte nämlich 5,9 kg Getreide zusätzlich zu Heu und zur Weide um 45 kg Fleisch zu gewinnen. Sehr ineffizient.

BIO (Beef in Ontario) hat ein System die Futteraufnahme jedes Tieres zu messen, um den Effizienzfaktor zu bestimmen.

6. Man sollte auf Sperma und Embryos von Spitzengenetik zugreifen, um ständig eine oder beide Seiten des Stammbaums zu verbessern. Dies ist weniger risikoreich als der Import lebender Tiere.

7. Es sollte ein globaler Verband und Strategien entwickelt werden, so dass die Hochland-rinderzüchter ihre Daten veröffentlichen und somit mehr Fachwissen aufbauen können.

Ich möchte mich für die Zeit, die Sie sich genommen haben, um meinen Artikel zu lesen bei Ihnen bedanken und verbleibe,

hochachtungsvoll,
Glenn W. Bluhm

Übersetzerin dankenswerter Weise
Anna Rockenschaub
Vielen Dank!

HCR

Highlandcattle Rockenschaub
Anna u. Gerhard Rockenschaub
Stumberg 8
A-4272 Weitersfelden

Tel. 0664/418 10 55

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